Garten- & Landschaftsbau-Verband

Die Fuge - der Raum wo der Stein atmet

Fugen 2 smal

Keine Pflasterfläche ohne Fugen. Fugen und Steine bilden eine Einheit. Steine werden fachmännisch gesetzt, die Fugen aber oft vernachlässigt.

Eine Pflasterung ohne Fugen? Undenkbar! Pflasterflächen bestehen nicht nur aus Steinen oder Platten, sondern eben auch aus Fugen. Die Fugen geben der Pflasterfläche erst Charakter, sind richtungsweisend, geordnet oder scheinbar wirr – je nach Art der Steine und Platten in ihrem Verband. Fugen können Gestaltungselement sein oder Mittel zum Zweck. In jedem Fall sind Fugen und deren fachmännische Ausführung genauso wichtig wie die Pflasterung oder die Verlegung der Steine oder Platten selbst.

Dabei ist die Ausbildung der Fuge in ihrer Lage, Breite und Füllung ein Garant für die Funktionalität und Nachhaltigkeit der Pflasterfläche. Nur Pflasterungen mit fachmännisch ausgeführten Fugen überleben Generationen und halten allen Belastungen und
Witterungseinflüssen stand.
Fugenbreiten In Abhängigkeit der zu pflasternden oder zu verlegenden Steine und Platten ist die Fugenbreite zu wählen. Gespaltene Materialien haben größere Toleranzbreiten in den Fugen als gesägte. Maßhaltige Betonstein können engfugiger hergestellt werden als z. B. ein Kleinsteinpflaster aus Granit. Darüber hinaus ist zu unterscheiden, ob die Fugen ungebunden, also nur mit Fugensand, oder gebunden (Zementmörtelfuge) ausgeführt werden. In der ÖNorm B 2214 sind die Fugenbreiten in Abhängigkeit der Stein- oder Plattenart, der Seitenflächen und Ausführungsart festgelegt.

Fugen 3 smalMaterialien für die Fugenfüllung Für die ungebundene Fugenfüllung ist Brechsand zu verwenden. Das Größtkorn richtet sich nach der maximal zulässigen Fugenbreite und sollte etwa die Hälfte von dieser betragen. Ist beispielsweise eine Betonsteinfläche mit einer Fugenbreite von fünf bis acht Millimeter zu verfugen, ist Sand 0/4 Millimeter zu verwenden. Kommen Betonverbundsteine zum Einsatz, bei denen der Steinhersteller eine Fugenbreite von fünf Millimeter vorgibt, kann auch Sand 0/2 Millimeter verwendet werden.
Wesentliche Beachtung muss aber die Filterstabilität des Fugenmaterials zum Bettungsmaterial finden, um zu verhindern, dass feine Anteile der Fugenfüllung in die Bettung abwandern und die Wasserdurchlässigkeit der Bettung minimieren. Zudem kommt es zu einem Entleeren der Fugen, was wiederum Oberflächenwasser in die Bettung einleitet.
Bei der gebundenen Fugenfüllung ist vorzugsweise werkseitig gemischter, zementärer Trockenmörtel, der frost-tausalzbeständig ist, zu verwenden. Wenn eine gebundene Fugenfüllung gewünscht wird, ist zu empfehlen die Steine oder Platten auch in eine gebundene Bettung aus Pflasterdrainmörtel zu pflastern, wobei Platten an der Unterseite mit einem Kleber unbedingt mit dem Mörtelbett zu verkleben sind. Somit wird das Entstehen von Rissen wesentlich vermindert.

Herstellen der Fugenfüllung Das Herstellen der Fugenfüllung bedarf äußerster Sorgfalt. Erst durch den richtigen Einbau der Fugenmaterialien erlangt die Pflasterfläche Stabilität und Tragfähigkeit.

Fugen 4 smalBei der ungebundenen Fugenfüllung ist nach Abschluss der Pflaster- oder Verlegarbeit die Fläche mit möglichst trockenem Fugenmaterial zu überziehen und sorgfältig in die Fugen einzukehren. Dann ist die Fugenfüllung mit viel Wasser gründlich einzuschlämmen und mit dem Abrütteln solange zu warten, bis das Wasser aus den Fugen abgesickert ist. Nach dem Abrütteln ist so oft Fugensand einzubringen und einzuschlämmen bis kein Nachsetzen der Fugenfüllung beobachtet werden kann. Ein Abvibrieren mit einer leichten Rüttelplatte bringt die nötige Verdichtung des Fugensandes in den Fugen.

Wird eine gebundene Fugenfüllung hergestellt, sind die Angaben der Mörtelhersteller zu beachten. In der Praxis hat es sich gezeigt, dass ein Vorbehandeln der Fläche mit Verfugungshilfen zu einer leichteren Reinigung führt. Zur Reinigung der Oberfläche sind Schwammbretter oder Schwammreinigungsmaschinen zu verwenden. Dadurch werden die Fugen geglättet, es entstehen eine schöne Fugenoberseite und volle Fugen. Ein Abwaschen der Fläche mit einem Wasserschlauch darf nicht erfolgen, da die Oberseite der Fuge ausgewaschen wird und in der Folge nicht mehrfrosttausalzbeständig ist.

  

Text | Fotos Ing. Peter Nowotny

 

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