Garten- & Landschaftsbau-Verband

Der Fallschutz und sein schlechter Ruf

SBVA neg 3 smalSo viel Aufmerksamkeit der Auswahl der passenden Geräte für den neuen Spielplatz geschenkt wird, so wenig Interesse besteht am entsprechenden Fallschutz. Hubert Sandler vom Spielplatzbauer Verband Austria weiß allerdings, wie wichtig der so wenig beachtete Fallschutz auf einem Spielplatz ist.

Auf den Spielplätzen unseres Landes sind Spielgeräte aller Art mit den unterschiedlichsten Spielwerten aufgebaut. Bei der Auswahl der Geräte eifern die Verantwortlichen oder deren Beauftragte um Anerkennung wie sorgfältig und fachlich Spielgeräte ausgewählt und errichtet werden. Wenn schon investiert wird, dann will man auch zeigen wie schön und pädagogisch wertvoll Spielgeräte sind und welche Altersgruppen berücksichtigt werden.

 

Es werden Kinder eingeladen, um ihre Wünsche zu deponieren, es finden Elternbesprechungen statt, und schlussendlich wird ein neuer Spielplatz mit viel Einsatz und Geld gebaut. Niemand, aber auch wirklich niemand, widmet sich von der fachlichen Seite mit gleichem Eifer dem Fallschutz. Denn das ist ein Thema das Geld kostet und keine Anerkennung bringt. Ich persönlich kenne kaum Spielplatzverantwortliche, die sich mit dem Thema Fallschutz auch nur mit halb so viel Ernsthaftigkeit wie mit der Geräteauswahl auseinandersetzen.

Kein Spielgerät ohne Fallschutz
Dabei ist der Fallschutz in allen seinen Erscheinungsformen ein sehr wichtiger Bestandteil eines fachlich gut gebauten Spielplatzes und der wichtigste „Partner“ der Spielgeräte. In vielen Beratungsgesprächen musste ich feststellen, dass auch Fachfirmen im Spielplatzbau wenig Interesse daran haben, dem Fallschutz die notwendige Ernsthaftigkeit entgegen zu bringen. Ich verstehe auch warum: Guter Fallschutz kann mitunter ein Drittel oder mehr der Spielplatzkosten ausmachen. Wenn also das vorhandene Budget um dieses Drittel gekürzt wird, dann bleibt für das tolle Gerät nicht mehr so viel Geld über, und das möchte man eigentlich nicht. Es wird daher versucht, die Fallschutzkosten auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren. Da kann es schon vorkommen, dass wir dem gewachsenen Rasen viel mehr zutrauen als eigentlich möglich ist. Es passiert aber auch immer wieder, dass einfach das „Günstigste“ gewählt wird, denn dann hat man den Fallschutz ja berücksichtigt – und das muss reichen.

Effiziente Fallschutzprodukte
SBVA pos 1 smalDabei wurde in den letzten Jahren ein sehr breites Spektrum an hochqualitativen und effizienten Fallschutzprodukten entwickelt. Hersteller, die sich dem Thema Fallschutz am Spielplatz widmen, sind laufend bemüht, Produkte auf den Markt zu bringen, die effizient und sicher sind. Jedes Produkt aus der umfangreichen Palette der Fallschutzmaterialien hat sehr wohl Eigenschaften, die sich für bestimmte Geräte und für unterschiedliche Nutzeranforderungen eignen. Hier beginnt sich auch die Spreu vom Weizen zu trennen. Verantwortungsvolle Spielplatzbauer setzen sich mit ihren Kunden in der Gesamtheit der Investition auseinander und ermitteln, welcher Fallschutz für das angebotene Gerät der Beste ist. Dabei spielen auch Faktoren, wie die Lage des Geräts, die Zufahrtsmöglichkeit, das Umfeld des Geräts, die Zielgruppe der Nutzer und vieles mehr wesentliche Rollen.

Unerlässliche Pflege
Ein oft sehr unterschätzter Faktor ist der notwendige Pflegeaufwand für den Fallschutz: Verunreinigungen beseitigen, bei Schüttgütern, wie Rinde, Kies, Sand usw. die Oberfläche ausgleichen, auflockern oder nachfüllen. Da gibt es viele Dinge zu beachten und zu besprechen um dem Erhalter den richtigen Fallschutz zu empfehlen. Auch die Pflege von Belägen ist nicht ohne Bedeutung, wenn man etwa den Faktor der Wirtschaftlichkeit betrachtet. Sei es nur die Rasenpflege, damit der Rasen und der Mutterboden weich bleiben, muss gegossen werden, der Rasen geschnitten werden, und auch dafür gesorgt werden, dass sich die Grasnarbe nicht abspielt.

So wie sich Geräte abnützen und kaputt werden, so ist auch der Fallschutz laufend zu kontrollieren und zu warten. Alle Fallschutzprodukte unterliegen einem natürlichen Abbauprozess. Beispielsweise Rinde, sie zerfällt in kleine Partikel und diese werden bei Wind vertragen. Die Rinde muss also bei Bedarf ergänzt werden. Fallschutzplatten verspröden im Lauf der Zeit durch die Witterung und durch UV-Strahlung. Ab einem gewissen Alter ist der ursprüngliche Fallschutz nicht mehr gegeben.

Man kann hier noch viele Umstände anführen, um auf materialspezifische Eigenheiten hinzuweisen, aber dieser Artikel soll sich nicht zu einem Einführungslehrgang für Fallschutz entwickeln, sondern diesen Bereich des Spielplatzes ins rechte Licht rücken und aufzeigen wie wichtig und umfangreich das Thema Fallschutz ist.

Vielseitige Eigenschaften
Denn beschäftigt man sich intensiver mit dem Thema, so erlangt man schon sehr bald die Erkenntnis, dass der eigentlich so wenig beachtete Fallschutz auf einem Spielplatz sehr wichtig ist. Beispielsweise die Frage: Welche Eigenschaften soll ein Fallschutz außer seiner eigentlichen Funktion noch aufweisen? Soll er entschleunigen, auf Gefahrenbereiche hinweisen, Ballspielen unterstützen oder behindern, soll der Fallschutz in den Spielablauf eingebunden sein oder auch Spielbereiche kennzeichnen? Aber auch die Frage der Barrierefreiheit ist ein wichtiger Aspekt. All das ist möglich und zeigt, wie wichtig es ist, den richtigen Fallschutz zu wählen, um das Potenzial eines Spielplatzes richtig auszuschöpfen.

Fakt ist: Der richtige Einsatz der zur Verfügung stehenden Fallschutzprodukte verleiht dem Spielplatz nicht nur optisch besonderes Flair, es kann damit auch gewarnt, gelenkt und gespielt werden.
Übrigens möchte ich an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass das beste Produkt seine Aufgabe nicht erfüllen kann, wenn es nicht richtig eingesetzt wird. Wenn Fallschutzplatten nicht richtig verlegt werden, der Untergrund nicht richtig vorbereitet wird oder aber auch Schüttgüter in unzureichender Schichtstärke aufgebracht werden.

Fazit Richtig beraten und fachlich eingebracht ist jeder Fallschutz sein investiertes Geld wert und trägt in einem hohen Maß dazu bei, sicheres Spielen zu ermöglichen. Dazu kommt die Sicherheit, im Anlassfall die notwendige Obsorge nachweisen zu können.

Vergessen Sie bitte nicht: Im Anlassfall ist der Erhalter der „Täter“, auch wenn es ein Anderer verbrochen hat, den Erhalter im Unklaren zu lassen.

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