Garten- & Landschaftsbau-Verband

Natursteinmauern im Garten

naturstein smal

Trockenmauern werden im Gegensatz zu betonierten Mauern ohne Mörtel und Beton gebaut, die Fugen bleiben also offen. Gebaut aus Natursteinen eignen sich Trockenmauern gut zur Hangbefestigung und sind ein schöner optischer Blickfang, da sie leicht bepflanzbar sind. Ihren Ursprung haben die Trockenmauern im Weinbergbau, wo sie seit Jahrhunderten zur Terrassierung der oft steilen Weinberge genutzt wurden. In der Wachau zum Beispiel finden sich heute noch viele Weingärten, die mit Mauern aus regionalem Naturstein schöne Beispiele dafür liefern.
Trockenmauern sind vielseitig einsetzbar:

  • als stabile, wetterfeste Sitzecken,
  • als Begrenzung für Teiche und Wasserläufe,
  • als Einfassung von Hochbeeten,
  • als Kräuterspiralen,
  • als einzelne Gestaltungselemente,
  • als Terrassierungselemente zur Schaffung von ebenen Flächen etc.

Wissenswertes zur Errichtung. Trockenmauern werden als „Schwerlastmauer“ verwendet. Es sind nie freistehende Mauern, sie stützen sich immer gegen einen Hang, eine Böschung oder eine Aufschüttung.
Was ist beim Bau zu beachten:

  • Bei Natursteinschlichtungen beginnt man unten mit großenSteinen, oben verjüngen sie sich. Wichtig dabei: Die Mauer benötigt eine leichte Neigung zum Hang,den sie stützen muss.
  • Das Hinterfüllmaterial zwischen Mauer und Boden muss aus Grobschlag bestehen. Die Steine deskantigen, groben Bruchschottersverkeilen sich und wirken drainagierend.
  • Wesentlich ist, dass die Mauer ausreichend tief unter dem unteren Niveau errichtet wird, damit sie nicht wegrutschen kann.
  • Für die Mächtigkeit der Mauerund die Neigung zum Hang istmaßgebend, welcher Boden sich dahinter befindet, also der Gleitreibungswinkel des vorhandenenBodens. Außerdem statisch zu beachten ist die Auflast auf der Mauerkrone.
  • Die genaue Kenntnis der regionalen und örtlichen Bodenverhältnisse ist wichtig und hilfreich.
  • Unbedingt zu beachten ist, dasskeine durchgehenden senkrechtenFugen entstehen, also immer verzahnt bauen.

Bauordnungen zu beachten. Mauerhöhen und Geländeänderungen sind in den Bauordnungen geregelt, die sich bundesländerweise bzw. regional unterscheiden. Oft gibt es sogar Gemeindeverordnungen, die davon abweichen. Häufig bedarf die Errichtung einer Mauer einer Einreichung.

Vermörtelte Mauern. Natursteine können für eine Mauer auch vermörtelt werden. Entweder besteht die gesamte Mauer aus Naturstein wenn sie freistehend ist, oder sie wird zum Hang hin mit einer statisch wirkenden Betonhinterfüllung verstärkt. Die Fugenbreite zwischen den Natursteinen richtet sich vor allem nach dem verwendeten Stein. Ist dieser allseitig lagerhaft, können kleine Fugen hergestellt und mit Zementmörtel verfugt werden. Sind die Steine nur einseitg oder gar nicht lagerhaft, entstehen größere Fugen, die rustikaler wirken.

Wesentlich für die Standsicherheit einer vermörtelten Mauer ist ein ausreichend tief gegründetes Fundament aus Beton, die vorhandenen bodenmechanischen Verhältnisse und natürlich auch die Mauerdicke. Bei Stützmauern ist weiters zu beachten, dass die Hinterseite der Mauer drainagiert wird, um keinen Wasserdruck entstehen zu lassen. In der Praxis können bei ausreichender Erfahrung mit diesem Gewerk Stützmauern bis etwa 1,5 Meter Höhe errichtet werden. Darüber ist unbedingt eine statische Berechnung erforderlich.

Für Mauern aus Betonsteinen gibt es „Typenstatiken“. Das heißt, die Standsicherheit der Mauer wird mit einer Typenstatik nachgewiesen. Die Mauerhöhe richtet sich auch hier nach den Bodengegebenheiten und der Neigung zum Hang.

TEXT PETER NOWOTNY, BIRGIT TEGTBAUERFOTO FREINGRUBER

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