Garten- & Landschaftsbau-Verband

Vielseitige Schattenspender

sonnensegel 1 smalWenn man sich an den vergangenen Sommer erinnert, werden schattige Plätzchen im Garten wieder heiß begehrt. Die Palette an Schattenspendern ist breit gefächert und reicht vom Sonnenschirmklassiker oder einer Pergola über den Liegestuhl mit Baldachin bis hin zum Terrasse überspannenden Sonnensegel.

Den heißesten Sommer seit 248 Jahren verzeichneten die Meteorologen im vergangenen Jahr. Und wenn man den Klima- und Wetterexperten Glauben schenken darf, dann werden in unseren Breiten die Durchschnittstemperaturen noch merklich ansteigen. Mehr Sonnentage und längere Hitzeperioden werden uns in Zukunft immer öfter den Schweiß auf die Stirn treiben.


Ein entsprechender Sonnenschutz im Garten kann dabei entscheidend zur Erleichterung beitragen. Das Sortiment der Hersteller ist umfassend und bietet für jeden Anwendungsfall die passende Lösung.

Flexibler Sonnenschutz Sonnenschirm, Markise, Pergola oder Sonnensegel – Sonnenschutz hat viele Gesichter. Freilich, nichts spendet so gut Schatten wie das rauschende Blätterdach eines dicht belaubten Baumes, durch das die Hitze entweichen kann – allerdings: Die Flexibilität lässt zu wünschen übrig. Moderne Sonnenschutzsysteme sind im Vergleich dazu wesentlich flexibler und in der Regel auch platzsparender. Durch ausgereifte Mechanik oder elektrische Antriebe ist auch der nötige Komfort sichergestellt. Neue Materialien für die textilen Elemente verhindern zudem einen Hitzestau unter dem Schattenspender und bieten im Idealfall auch bei leichtem Regen die Möglichkeit unter freiem Himmel zu verweilen.

Die Klassiker: Sonnenschirm und PergolA Pergolen – in der klassischen Ausführung in Holz und mit Holzlamellen überdacht oder berankt mit Weinreben oder Kletterpflanzen – kommen dem Ideal des Blätterdaches schon sehr nahe und bringen gleichzeitig mediterranes Flair in den Garten. Doch auch hier ist der Schatten dauerhaft und nicht nur vorhanden, wenn man sich vor der sommerlichen Hitze schützen will. Zeitgemäße Varianten setzen deshalb auf die Kombination aus einem Holz- oder Stahlgerüst mit einer flexiblen, textilen Bespannung, die nur im Bedarfsfall ausgerollt wird. Mit seitlichen Textilen lässt sich hier zusätzlich zur Sonnenschutzfunktion auch ein Sicht- oder Windschutz integrieren.

An Flexibilität unübertroffen sind hingegen die Klassiker des Sonnenschutzes: Sonnenschirme lassen sich überall dort platzieren, wo man sie gerade braucht. Im gewachsenen Boden mit einem Erdspieß verankert oder mit einem Schirmständer auf Terrasse und Balkon einsetzbar, ist die Modellvielfalt heute wesentlich umfangreicher und die Technik ausgereifter als bei den simplen Schattenspendern, die man in vergangenen Tagen zum Badeausflug an die Kühltasche geschnallt hat. So bieten Seitenmast- oder Pendelschirme wesentlich mehr Bewegungsfreiheit im Schatten als Mittelmastschirme. Sie werden entweder von einem seitlichen Mast gehalten oder sind von diesem abgehängt und können auch beweglich an der Hauswand montiert werden.

Alternativ zur textilen Variante gibt es Sonnenschirme neuerdings auch mit ineinander verschiebbaren Lamellen aus High Pressure Laminate (HPL). Der Vorteil: Durch den Abstand der Lamellen kann die Hitze unter dem Schirm wesentlich besser entweichen.

Direkt am Haus Sowohl für den privaten Gebrauch auf Balkon und Terrasse als auch für den Einsatz im Schanigarten sind Markisen nach wie vor begehrte Schattenspender. In der günstigen Variante mit Kurbel oder im etwas gehobenen Preissegment sind diese mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet. Laut Bundesverband Sonnenschutztechnik entscheiden sich mittlerweile über 60 Prozent der Kunden beim Kauf von Gelenkarmmarkisen für die motorisierte Variante. Kurbeln, nein danke! Die Steuerung erfolgt dabei oftmals per Funk, wodurch sich eine zusätzliche Verkabelung für den Schalter vermeiden lässt.

Der wirklich große Vorteil bei der mit Elektromotor betriebenen Variante ist die Möglichkeit, diese auch mit einem Wind- und/oder Regensensor auszustatten, womit sich die Markise bei Sturm oder Starkregen dezent zurückzieht. Zudem kann die Markise auch in die Energiesteuerung des Hauses integriert werden. Sprich, bei starker Sonneneinstrahlung fährt die Markise automatisch aus und beschattet die Fenster und reduziert somit die Überhitzung der Innenräume.

Beim Tuch für die Markise scheiden sich die Geister, wie der österreichische Hersteller Valetta weiß: Bei den jüngeren Käufern stehen helle Uni-Farben hoch im Kurs, Senioren hingegen greifen öfter auch auf bunte und gestreifte Varianten zurück.

Zum Schutz vor Wind und Wetter und ebenso gegen Verschmutzung dienen Kassetten. In der geschlossenen Variante fahren der Stoff und die Mechanik in die Kassette und bleiben dort gut verwahrt. Preislich günstiger sind offene oder Halbkassetten. Sie schützen von oben und vorne und sind lediglich unten unbedeckt.

sonnensegel 2 smal(Quadratisch)-praktisch-gut: Sonnensegel
Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich Sonnensegel, die sich sowohl für kleine Flächen als auch für die großflächige Beschattung eignen. Ob quadratisch, in Dreiecksform oder mit zwei Dreiecksflächen als Schmetterlingssegel sind sie wahre Multitalente. Denn mit einer eigenständigen, leichten Konstruktion spenden sie auch unabhängig vom Gebäude Schatten. Darin liegt auch ihr größter Vorteil bei der Anwendung in der modernen Architektur. Denn hochgedämmte Außenfassaden lassen oftmals keine direkte Montage an der Hauswand zu. Sonnensegelsysteme können gänzlich freistehend auf vier Edelstahlmasten im Garten oder direkt vorm Haus errichtet werden. Das aufrollbare Sonnensegel wird fix installiert und kann per Knopfdruck vollautomatisch oder per Seilzug und mit Kurbel beliebig weit auf- oder abgerollt werden. So entsteht Schatten nach Maß – für die kleine Runde mit der Familie am Mittagstisch oder die große Sommerparty mit Freunden.

Mit großen Sonnensegeln lassen sich Flächen von 80 Quadratmetern und mehr beschatten. Vor allem bei großen Segelflächen ist aber auch hier ein Regen- bzw. Windsensor sinnvoll. Dieser sorgt dafür, dass das bzw. die Segel automatisch aufgerollt werden sobald sich das Wetter ändert.
Für quadratische Grundflächen eignen sich Dreieck- bzw. Schmetterlingsegel. Zur Beschattung langgestreckter, rechteckiger Flächen stehen auch rechteckige Segel zur Verfügung, die sich zudem besonders gut an die klaren Linien und die reduzierte Formensprache zeitgenössischer Architektur anpassen. Dabei können mit einem mittig montierten Segel über ein Seilzugsystem, das die Segeltextilie in beide Richtungen ausfährt, Längen bis zu 15 Metern überspannt werden.

Soll das Segel nicht nur gegen Sonne, sondern gleichzeitig auch vor Regen schützen, ist auf Verwendung geeigneter Segeltuchmaterialien zu achten. Nicht jeder schattenspendende Stoff ist aber zugleich auch wasserdicht. In der Regel sind die Textilien von Sonnensegeln leichter als bei Markisen. Meist wird Polyester oder Acryl verwendet – oft auch wasserdicht beschichtet. Auch Polyethylenstoffe kommen zum Einsatz. Diese sind zwar nicht wasserdicht, verhindern dank ihrer Luftdurchlässigkeit aber, dass sich unter dem Segel die Hitze staut. Viele moderne Textilien für Sonnensegel besitzen auch einen UV-Blocker, damit man sich auch ohne Sonnencreme im (vermeintlich) sicheren Schatten unter dem Segel auch tatsächlich keinen Sonnenbrand holt.

Text Tom Cervinka  Fotos Frigerio Living, Gandia Blasco, Soliday, Sunsquare, Valetta.

Aktuelle Fachartikel

Profibaustoffe Fusszeile Web 2018   

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Datenschutzerklärung einverstanden Ablehnen