Garten- & Landschaftsbau-Verband

High-Tech für den perfekten Rasen

Rasenpflege 3 TORO Profi Rasenmaeher smal

Ein sattgrüner und dichter Rasen ist der Dauerbrenner im GaLaBau. Jeder Kunde träumt von einer perfekten Rasenfläche, die alles mitmacht. Doch ein gesunder Rasen braucht über das Jahr hindurch weit mehr als nur regelmäßiges Mähen: Neben der richtigen Bewässerung und Versorgung mit Nährstoffen sind zahlreiche weitere Arbeiten nötig, damit die Pflanzen allen Belastungen gut standhalten. Wir haben Expertentipps, wie moderne Maschinen und Technik dabei unterstützen.

Sobald die Temperaturen im Frühjahr dauerhaft in die Plusgrade klettern, ist auch bei der Rasenpflege Hochsaison. Denn die Wintermonate beanspruchen die Pflanzen enorm: Sie fahren ihren Stoffwechsel herunter, einzelne Pflanzenteile verkleben oder sterben ab und die Schneedecke beziehungsweise der vermehrte Niederschlag verdichtet den Boden.
Zuerst ist eine Nährstoffversorgung der Gräser wichtig, damit die Pflanzen wieder rasch sprießen. Im Frühjahr wird ein stickstoffreicher Dünger, idealerweise als Langzeitdünger, empfohlen, der die Nährstoffmenge über einen längeren Zeitraum freisetzt. Rasenkalk sorgt bei Bedarf für einen idealen pH-Wert des Bodens (5,5 – 6,5). Eine starke Vermoosung des Rasens kann auf einen zu sauren Boden hinweisen. Für Profis bieten Labore Bodenanalysen an, um den Nährstoffbedarf genauer zu ermitteln.

Rasenpflege 2 BillyGoat Vertikutierer PR550 Action smalFür das gezielte und gleichmäßige Ausbringen des Düngers und des Kalks auf größeren Rasenflächen eignen sich Schleuderstreuer. Danach sollte der Dünger durch Niederschlag oder Bewässerung gut aufgelöst werden.

Professionell vertikutieren Zwei bis drei Wochen nach der ersten Düngung (zwischen Ende März bis Ende April – je nach Witterung), ist der richtige Zeitpunkt für eine professionelle Reinigung und Belüftung des Rasens. Vertikutieren entfernt Verflechtungen und Fremdbewuchs wie Moose und andere unerwünschte Pflanzen sowie Rasenfilz (bildet sich aus abgestorbenen Pflanzenteilen). Die Pflanzennarbe wird durch das Anritzen optimal gelockert. Die Rasenpflanzen haben mehr Platz und Luft und können dadurch dichter austreiben. Grundsätzlich sollte ein- bis maximal zweimal pro Jahr, einmal im Frühjahr und einmal im Herbst, vertikutiert werden. Sind die Pflanzen bereits gut mit Nährstoffen versorgt und hat die Wachstumsphase auch schon gut eingesetzt, verkraften sie diese willkürliche Schädigung besser, bestocken rasch und bilden Seitentriebe, die für ein dichtes Wuchsbild sorgen. Das Vertikutieren ist auch wichtig, damit die Bewässerung des Rasens gut funktioniert, denn ein starker Rasenfilz hält bis zu 15 Liter pro Quadratmeter Wasser von den Wurzeln zurück.

Der Vertikutierer ritzt die Grasnarbe senkrecht ein und entfernt Filz und Moos. Der Rasen sollte unter trockenen, aber nicht zu heißen Wetterbedingungen vertikutiert werden. Ideal ist es, wenn es leicht bewölkt ist und es auch noch zwei bis drei Tage etwas kühler bleiben wird. Ein gut gepflegter Rasen braucht nur in eine Richtung vertikutiert zu werden. Neu eingesäte Rasenflächen sollten erst nach zwei bis drei Jahren zum ersten Mal entfilzt werden. Das Vertikutiergerät soll so eingestellt sein, dass der Boden ca. ein bis zwei Millimeter angeritzt, der Rasenfilz jedoch zur Gänze durchgeschnitten wird. Ist der Filz bereits mehr als 1,5 Zentimeter dick, wird am besten schrittweise an unterschiedlichen Tagen vertikutiert, damit nicht zu tief geschnitten werden muss. Das würde die Rasennarbe zu stark schädigen. Wichtig ist es, die herausgearbeiteten Pflanzenreste gut vom Rasen zu entfernen. Dies kann auch gleich bequem durch das Mähen mit dem Rasenmäher erfolgen.

Nach dem Vertikutieren wachsen die Rasensamen besonders gut an – demnach sollte direkt im Anschluss nachgesät werden. Entstandene Lücken werden dadurch rasch geschlossen.

Achtung: Die Verwendung von Rasenmähern mit Vertikutiervorsatz ist für Profis nicht zu empfehlen, da durch die schnelle Bewegung des Vorsatzes der Rasen nicht belüftet, sondern abgeschlagen wird. Das kann den Wuchs nachhaltig schädigen. Qualitative Profimaschinen sind versatil und können z. B. zu einer Nachsaateinheit umgebaut werden.

Um den Boden durchlässiger zu machen, kann gleich nach dem Vertikutieren auch grober Sand (Körnung 0–3 mm, Menge 4l/m2) oder Urgesteinsmehl gestreut werden. Dieses Lavagestein versorgt den Boden zusätzlich mit Spurenelementen.

Rasenpflege 4 TORO Mulchen Rasenpflege 1 Messertechnik smalRasenmähen und Mulchen Rasenmähen klingt zunächst einfach. Damit das Mähen jedoch auch zur Pflege der Grünfläche beiträgt, sollte es vor allem regelmäßig erfolgen. Nur ein regelmäßiger Schnitt sorgt für einen gleichmäßigen, bürstenförmigen Wuchs. Das Mähen sorgt auch dafür, dass sich die Rasenpflanzen ausbreiten und dicht wachsen. Die Schnitthäufigkeit hängt stark von der Witterung ab. Ideale Wachstumsbedingungen für den Rasen sind warmes Wetter, Sonnenschein und ausreichend Niederschlag oder künstliche Bewässerung.

Wichtig ist es jedenfalls, den Rasen zu mähen bevor die Pflanzen zu Blühen beginnen. Als Faustregel gilt: Pro Mahd soll nicht mehr als ein Drittel des Halmes weggeschnitten werden. Bleiben die Gräser zu lange stehen, schadet das nicht. Wird der Rasen hingegen zu kurz geschoren, so beeinträchtigt das das gesunde Wachstum.

Für ein perfektes Ergebnis, sollte der Rasen von April bis September einmal Mal pro Woche auf ca. drei bis vier Zentimeter geschnitten werden. Liegt der Rasen im Schatten, sollte er wöchentlich auf nur vier bis fünf Zentimeter gekürzt werden, weil sich sonst Moose zu leicht ausbreiten können. Hält man sich an diese empfohlene Schnitthäufigkeit, so kommt das Mulchen ins Spiel.

Ein Geheimtipp zur Rasenpflege für Experten: Anstatt des Sammelns und Entsorgens des Schnittguts (Fangen), das eigentlich wertvolle Nährstoffe enthält, wird es beim Mulchmähen dem Rasen wieder zugeführt: in einem Arbeitsgang wird das geschnittene Gras in der Mähkammer auf ca. ein bis zwei Millimeter zerkleinert und dem Rasen mit einer gewissen Beschleunigung sofort wieder zugeführt. Dort werden die Grasflocken von Mikroorganismen im Boden aufgebrochen, was den Rasen auf natürliche Art düngt und ihn widerstandsfähig macht. Weitere Vorteile: Die Mulchschicht selbst schützt den Rasen vor Wind und Austrocknung. Moose und andere ungewollte Pflanzen können sich in gemulchten Flächen schwerer ausbreiten. Da das Entleeren des Fangkorbes wegfällt, spart man somit auch Zeit und Kosten für Transport/Entsorgung. Einzig rund um Swimmingpools sollte der Rasenschnitt aufgefangen werden, damit er nicht ins Wasser getragen wird. Profi-Modelle können mit einem Handgriff rasch und bequem zwischen den Optionen Mulchen und Fangen umgestellt werden.

Beregnungstechnik Spätestens ab Mai ist es wichtig, für eine ideale Wasserversorgung des Rasens zu sorgen. Rasenpflanzen bestehen zu 90 Prozent aus Wasser und hören bei Trockenheit auf zu wachsen bzw. vertrocknen auch relativ rasch.

Dass sich bei uns das Klima verändert und sich auch weiter verändern wird, ist mittlerweile wissenschaftlich bewiesen: Laut einer Studie der Akademie der Wissenschaften* haben sich die Temperaturextreme in Österreich markant verändert. Kalte Nächte sind seltener, heiße Tage signifikant häufiger geworden. Dieser Trend wird sich verstärkt fortsetzen und auch die Häufigkeit von Hitzewellen wird zunehmen. Die Niederschlagsentwicklung hat parallel dazu vor allem im Südosten Österreichs in den letzten 150 Jahren um 10 bis 15 Prozent abgenommen. Es ist eine Zunahme von Niederschlag im Winter und eine weitere Abnahme im Sommer zu erwarten.

Nur ein gut bewässerter Boden kann gesunden und dichten Rasen hervorbringen. Rasen benötigt pro Tag und Quadratmeter rund drei Liter Wasser. Je nach Standort, Temperatur, Rasentyp und Luftfeuchtigkeit kann dieser Wert schwanken.

Rasenpflege irr misc 1221291 smalDie natürlichen Niederschläge reichen in den meisten Regionen kaum mehr aus um diesen Bedarf zu decken. Generell gilt: Seltener aber dafür ausgiebig bewässern. Die Feuchtigkeit soll auch tief genug in den Boden eindringen (ca. zehn Zentimeter). Daher lieber selten viel bewässern als häufig wenig, damit die Wurzeln der Pflanzen länger werden. Der ideale Zeitpunkt für das Bewässern ist die Zeit bei Sonnenaufgang, da die Pflanzen das Wasser da am besten aufnehmen. Zusätzlich ist die Sonne noch zu schwach um für eine rasche Verdunstung zu sorgen, und das Wasser kann so tiefer eindringen.

Ein optimales Ergebnis lässt sich durch den Einsatz von moderner Beregnungstechnik erzielen: Durch präzise gesteuerte Versenkregner und Tropfschläuche kann hocheffizient bewässert werden, und es wird weniger Wasser als beim herkömmlichen Gießen verbraucht. Wasser fließt nur dann, wenn die Steuerung in Kombination mit Feuchtesensoren und einer Wetterstation den Bedarf meldet. Die Steuerungen sind sowohl über Internet und App als auch manuell bedienbar. Idealerweise werden diese Systeme gleich bei der Gartengestaltung geplant und eingebaut. Jeder Garten kann aber auch problemlos nachgerüstet werden. Eine hydraulische Berechnung von Profis auf Basis von Parametern wie Bodenstruktur, Schatten oder Gefälle bildet die Grundlage für eine optimale Planung und Umsetzung. Der Herbst steht dann im Zeichen der Vorbereitung des Rasens auf den Winter. Das geschieht durch eine letzte Düngung des Rasens (Kalium), um ihn nochmals zu stärken. Der Herbst ist aber auch der ideale Zeitpunkt, den Boden zu belüften.

Rasenpflege 9 BillyGoat Aerifizierer smalRasen Lüften Speziell durch das Aerifizieren von Böden können oft sehr gute Erfolge erzielt werden. Vor allem dann, wenn in den letzten Jahren das Vertikutieren nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Denn oft ist die Rasentragschicht nach einem Sommer durch die Benützung sehr verdichtet. Der Gas- und Wasseraustausch ist schlecht gewährleistet, wodurch die Wurzeln trotz Dünger nicht optimal wachsen können. Das ist besonders auf Sportplätzen häufig der Fall, aber auch in Gärten verdichten spielende Kinder die Rasenfläche. Vor allem lehmhaltige Böden sind anfällig für eine rasche Verdichtung und schädliche Staunässe. Dann kann der Sauerstoffgehalt so stark sinken, dass sich Fäulnisbakterien breit machen und die Rasenwurzeln schädigen. Daher sollten diese Rasenflächen einmal pro Jahr, am besten im Herbst, aerifiziert, die Wurzeln also belüftet werden. Das Wasser kann dann besser abrinnen und der Rasen bleibt gesund.

Mit speziellen Aerifizier-Maschinen werden Löcher in den Rasen gestanzt und mit Quarzsand (Körnung 1–2 mm) wieder aufgefüllt. Am wirkungsvollsten arbeiten Maschinen mit Hohlstacheln, denn so wird Erde nicht einfach nur zur Seite geschoben und noch stärker verdichtet. Durch das Entfernen von Erdkernen erhalten die Wurzeln wieder mehr Luft. Sehr wichtig dabei ist es, Maschinen zu verwenden, die vertikal in den Boden stechen und daher den Boden nicht aufreißen. Dies passiert bei Maschinen mit Rollen häufig, da die Stacheln schräg einstechen und beim Weiterdrehen zu große Bodenteile herausreißen. Bei diesen Maschinen ist auch die erzielte Einstichtiefe mit drei bis vier Zentimetern häufig zu gering. Profis arbeiten daher mit Kurbelwellenantrieb. Diese Maschinen gibt es in jeder Größe und auch handgeschoben. Wichtig dabei ist das vertikale Einstechen.

Der ideale Durchmesser der Stacheln liegt bei ein bis zwei Zentimeter, hängt aber von der Verdichtung und Bodenbeschaffenheit ab, z. B. Aufbau und Steine im Untergrund. Auch die Einstechtiefe hängt davon ab, wie stark der Boden beansprucht wurde. Es gilt: So tief wie nötig. Im Hausgartenbereich wird der Boden meist bis ca. sechs Zentimeter Tiefe verdichtet, daher sind handgeführte Maschinen mit Arbeitstiefen von ca. acht bis neun Zentimeter perfekt. Auf Sportplätzen arbeiten Profimaschinen.

Rasenpflege 10 BillyGoat Laubsauger Multi Vac smalBeseitigung von Laub Im Spätherbst sollte der Rasen noch ein letztes Mal gemäht werden. Sobald die Temperaturen in der Nacht unter null Grad fallen, ist Winterruhe. Wichtig: Der Rasen sollte durchgehend frei von Laub bleiben, da es darunter zu Fäulnis kommen kann. Mit einem Rasenmäher (hoch eingestellte Schnitthöhe) oder speziellen Laubsauggeräten, die auch für andere Flächen eingesetzt werden, kann dies rasch und effizient erfolgen. Unter Sträuchern dient Laub als
natürliche Nährstoffquelle und Kälteschutz.

Text HEINZ LIENHART, OTHMAR WUKITSEVITS | Fotos PROCHASKA HANDELS GMBH

 

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