Schön fürs Regal oder eine verpasste Chance?
Mehr als nur ein Pokal? Was der GALABAU Award wirklich bringt.

Braucht man ihn wirklich, den GALABAU Award? Manche betrachten ihn überaus skeptisch, für andere ist er ein handfester Wettbewerbsvorteil. Fakt ist: Wer dabei ist, bekommt Sichtbarkeit – bei Kunden, in den Medien und am Arbeitsmarkt – das lässt sich messen. Wir haben mit Gewinnern und Teilnehmern gesprochen: Über Strahlkraft und Wirksamkeit, über den Award als strategisches Instrument für Employer Branding, Imageaufbau und Neukundengewinnung und darüber, ob sich der Aufwand am Ende auch auszahlt.
Es bedeutet immer einen Einsatz von zeitlichen und finanziellen Ressourcen, bei einem Award teilzunehmen. Wir haben darum Gewinner und Einreicher befragt, wie der Einreichprozess für den GALABAU Award ablief und wie sich dieser Aufwand bemessen lässt. Lässt er sich überhaupt einem Nutzen gegenüberstellen? Stefan Reisch (Konrath) macht dazu zunächst die Unterscheidung, wie ein Unternehmen grundsätzlich strukturiert ist: „Wenn jemand nur für den Award diesen Aufwand betreibt, ist er beträchtlich. Wenn ein Galabauer aber ohnehin seine besten Projekte dokumentiert und für Werbezwecke nutzt, dann hält sich der Aufwand in sehr engen Grenzen.“ Dem pflichtet Thomas Nentwich bei: „Weil wir eine Mitarbeiterin haben, die sich ausschließlich ums Marketing kümmert, gibt es bei uns im Unternehmen auch einen definierten Prozess zur Dokumentation und Bewerbung von Referenzen.“ Auch Wolfgang Zauner stimmt dieser Einschätzung zu: „Der Aufwand für den Award alleine ist relativ groß, gerade weil wir auch meist mehrere Projekte einreichen – doch wir werben auch damit und nutzen die Bilder und Texte mehrfach. Dafür gibt es eine breite Anerkennung, wir werden gesehen und darauf angesprochen.“ Mario Haindl von Kittenberger Erlebnisgärten bekräftigt dies: „Ganz klar ist das Einreichen ein Aufwand, aber das steht voll und ganz dafür! Was man rausbekommt, was man als Werbung nutzen kann ist gigantisch!“ Würde man aber die Einreichung isoliert betrachten, müsste man mindestens 20 Arbeitsstunden ansetzen – beginnend bei Vorbesprechungen, Auswahl, über Klärung rechtlicher Fragen bis hin zur Fotografie und dem Ausfüllen der Einreichunterlagen etc., darin sind sich die Gewinner des GALABAU Awards 2025 einig.
Doch steht das auch in einem Verhältnis, wenn man nicht gewinnt?
Welchen Nutzen hat das Einreichen überhaupt, wenn doch das Risiko besteht, dass die meisten nicht auf dem ersten Platz landen, wollten wir wissen und haben dazu einen Unternehmer gefragt, der dieses Jahr keinen Pokal mit nach Hause nehmen konnte. Mircea Secheli ist in seiner Antwort eindeutig: „Das macht doch auf jeden Fall Sinn! Der Aufwand ist extrem überschaubar aber die Reichweite ist gewaltig! Ich wurde von ganz vielen Seiten auf mein eingereichtes Projekt angesprochen, ja sogar von ATV angerufen. Die wollen das Projekt verfilmen! Das kannst du dir nicht einfach kaufen, schon gar nicht um das Geld!“ Und dabei sei ihm klar, dass gerade sein eingereichtes Projekt durchaus Potential zu einer kritischen Betrachtung mit sich bringen würde. Doch so ein Vorhaben müsse sich auch erst einmal jemand zutrauen, ist der begeisterte Unternehmer überzeugt. Denn die große Herausforderung war es, den wenigen Platz optimal für alle Kundenwünsche zu nutzen und dabei technisch völlig neue Wege zu gehen. Alleine das habe er durch die Einreichung zum Award beweisen und einer viel größeren Breite an Personen zeigen können. „Wir bauen nicht nur schöne Projekte, sondern dokumentieren diese auch noch professionell und zeigen sie auf einer breiten Plattform der Öffentlichkeit – wie genial ist dieser Mehrfachnutzen“, fasst Stefan Reisch pragmatisch zusammen.
Uniformität oder Vielfalt?
Geht es also gar nicht darum, den einen Garten, die eine Idee mit noch mehr Raffinesse umzusetzen? Geht es nicht um eine uniformierte Gartengestaltung, sondern um das Aufzeigen einer Vielfalt im österreichischen Garten- und Landschaftsbau? Marcel Kreitl, Präsident des GALABAU Verband Österreich ist hier sehr klar: „Es geht ganz einfach darum, dass wir unser Wissen, unser Handwerk, die Qualität unserer Arbeit und die vielen sehr unterschiedlichen Ideen unserer Branchenkollegen und Kolleginnen vor den Vorhang holen wollen. Damit kann sich auch jedes Unternehmen in einer breiten Öffentlichkeit eindeutig positionieren. Und damit ist der GALABAU Award in seiner aktuellen Form auch eine Entscheidungshilfe für alle unsere potentiellen Kunden.“ Was also wurde mit den eingereichten Projekten neben der handwerklichen Qualität noch gezeigt? Worin bestand die Herausforderung, die es zu meistern galt? „Bei einem Großprojekt wie dem Grand Tirolia, das auch noch sehr weit weg ist, ist man immer auch abhängig vom Wetter und davon, dass die Mitarbeiter motiviert sind und den Mehraufwand auf sich nehmen wollen“, so Thomas Nentwich. Oftmals besteht die Herausforderung darin, eine extrem kurze Bauzeit zu realisieren, ergänzt Wolfgang Zauner. Und gerade in der Stadt ist es meist der Platzmangel, der die Anforderungen sowohl an die Planung als auch an die Logistik zuspitzt, fügen Mario Haindl und Stefan Reisch an. Marcel Kreitl ergänzt, dass auch diese Leistung bemerkenswert sein kann und sichtbar gemacht werden soll.
„Und was machst du, wenn du etwas bauen sollst, das so noch nie gebaut wurde?“, fragt Mircea Secheli. Er habe viel recherchiert, Versuche zu Rutschtauglichkeit und Statik durchgeführt und habe letztlich das Risiko auf sich genommen und habe das Projekt umgesetzt. Das sei vor allem auf Social Media angekommen und durch das Online-Voting für den GALABAU Award verstärkt worden.
Also fragen wir erneut: Was ist der konkrete Nutzen einer Einreichung zum Award?
Gibt es möglicherweise auch Auswirkungen auf das Team? Oder gibt es einen messbaren Effekt für die genannten Aspekte Reichweite und Bekanntheit? „Selbstverständlich hat das eine Auswirkung auf das Team“, ist Mario Haindl sicher, „es beschert allen Technikern und Verkäufern ein extrem gutes Gefühl und die Motivation der Mitarbeiter, der Teamspirit und der Zusammenhalt im Unternehmen steigern sich hundertprozentig.“ „Klar ist ein Gewinn extrem motivierend und macht alle Mitarbeiter sehr stolz“, pflichtet Thomas Nentwich bei. Auch Wolfgang Zauner bestätigt den positiven Effekt auf das Team: „Ich gratuliere bei einer abgeschlossenen Baustelle und natürlich auch bei einem Gewinn immer uns allen, weil wir jedes Projekt nicht als Einzelne, sondern nur als Team realisieren können. Und da ist die Bestätigung durch den Award natürlich ein großer Verstärker.“ Dieser Effekt wird in wissenschaftlichen Studien belegt und die positive Auswirkung auf das Employer Branding wird unterstrichen. Ein Faktum, das gerade im Hinblick auf den immer prekärer werdenden Mangel an Facharbeitern und Lehrlingen kaum zu überschätzen ist¹.
„Doch gibt es für diese positiven Effekte auch ganz konkrete empirische Belege für den GALABAU Award?“, fragen wir Alexandra Wastell, die Schriftführerin im GALABAU Verband. Auch sie ist sehr deutlich: „Die Vergrößerung der Öffentlichkeit ist gewaltig! Das sehen wir nicht nur in den Reaktionen auf die verschiedenen Postings auf Social Media, das sehen wir auch an den Zugriffszahlen auf der Website!“ Seit das Publikum ins Voting einbezogen wird, lässt sich dies auch an den Zugriffsstatistiken für die Website ablesen. Alleine in den ersten Septembertagen 2025, also in der Endphase des Votings, konnten 18.938 Seitenaufrufe verzeichnet werden! „Die Neuausrichtung des Awards mit der Einbeziehung des Publikums macht 100 % Sinn“, ist Marcel Kreitl angesichts des messbaren Echos überzeugt, „darüber hinaus erhalten wir von ganz vielen Seiten positives Feedback auf den Award und ich werde von vielen Menschen darauf angesprochen.“ Was also spricht gegen eine Einreichung? „Gar nichts!“, ist Mircea Secheli sicher und alle Befragten bestätigen, dass sie auch garantiert heuer wieder dabei sein werden.
1 Vgl. u. a. Neckermann, S., Cueni, R., & Frey, B. (2012), Awards at Work oder Frey, B. S. & Neckermann, S. (2008), The motivational effects of awards: Empirical evidence and theoretical considerations.


„Mich macht das extrem stolz, zu sehen, wie sehr ich mich auf unsere Mitarbeiter verlassen kann und wie wir Projekte realisieren können, bei denen man auch die eine oder andere Woche auswärts schlafen muss“, so Thomas Nentwich (auf dem Foto links).
„Wir wissen alle, das sind dann auch Projekte, von denen wir in 10 oder 20 Jahren noch mit Stolz erzählen können, dass wir dabei waren, dass wir das gemeinsam umgesetzt haben. Umso schöner ist es, dass wir obendrein für eines dieser großen Projekte auch noch den Award bekommen haben.“

Wolfgang Zauner: „Dieser Aufwand lohnt sich auf jeden Fall! Jedes gute Projekt sollte eingereicht werden! Egal ob auffällig oder alltäglich, man erreicht damit gerade im Zusammenspiel mit Social Media ein sehr breites Publikum. Und da spreche ich noch gar nicht von dem positiven Effekt auf das Team und auf den Zusammenhalt im Unternehmen!“

Mircea Secheli ist überschwänglich und aufrichtig begeistert von der Kosten-Nutzen-Bilanz: „Macht mit! Das ist einfach nur geil! Traut euch! Ich hab nicht den ersten Preis gemacht, aber das positive Feedback ist enorm! Was verlierst du? 100 Euro fürs Fotoshooting? Echt jetzt? Dafür bekommst du eine riesige Reichweite und unglaublich viel Wertschätzung.“

Mario Haindl (links): „Wir nutzen sowohl die Einreichung und natürlich auch einen Gewinn beim GALABAU Award für unsere Unternehmenskommunikation in allen Kanälen. Darauf bekommen wir von vielen Kunden und Interessenten eine anerkennende Rückmeldung. Das ist ein extremer Mehrwert!“

Stefan Reisch, Landschaftsarchitekt bei KONRATH GmbH: "Ich bin als Gartengestaltungsleiter bei der Firma Konrath stolz auf unsere Gartengestaltung. Wenn wir die umgesetzten Projekte professionell dokumentieren und einem breiten Publikum präsentieren, wie beim GalaBau Award, entsteht ein unglaublicher Mehrfachnutzen. Ich kann jedem Gartengestalter nur empfehlen, unbedingt einzureichen.“
Text: Norbert Hintersteininger



